Studie
Initiation und Verantwortung
In der freimaurerischen Lehre markiert die Initiation einen Anfang statt eines Ziels und macht das neue Mitglied verantwortlich für seine Zusagen und für sein Verhalten gegenüber anderen.
In der freimaurerischen Lehre ist die Initiation ein Anfang und kein Ziel. Der Suchende tritt in einen Weg des Studiums ein, und von diesem Punkt an steht er für die gegebenen Zusagen und für die Art ein, wie er mit anderen umgeht.
Verantwortung ist hier praktisch gemeint. Sie ist kein Anspruch auf besonderes Wissen, sondern die Pflicht, dem Gelernten gemäß zu handeln. Die Initiation öffnet den Zugang zur Arbeit; sie befreit nicht davon, sie zu leisten, und nicht von den gewöhnlichen Maßstäben der Redlichkeit, die für alle gelten.
Beispiel: Ein neu aufgenommenes Mitglied wird gebeten, für einen Kandidaten zu bürgen, den es kaum kennt. Seine Initiation verpflichtet es nicht zur Zusage. Es prüft, was es tatsächlich weiß, und wenn es nicht bürgen kann, sagt es das offen. Das ist die Verantwortung, die ihm die Initiation gelehrt hat.
