Studie
Wohltätigkeit, die Würde bewahrt
Wohltätigkeit in der freimaurerischen Lehre soll Not lindern, ohne den zu demütigen, der Hilfe empfängt, damit die Hilfe die Würde des Menschen wahrt.
Wohltätigkeit in der freimaurerischen Lehre soll Not lindern, ohne den zu demütigen, der Hilfe empfängt. Hilfe wird daran gemessen, ob sie die unmittelbare Not behebt und zugleich die Würde des Empfängers wahrt.
Gute Wohltätigkeit achtet die Entscheidungen und Umstände des Menschen. Sie vermeidet öffentliches Zur-Schau-Stellen, knüpft keine erniedrigenden Bedingungen an und hält Hilfe vertraulich, wenn das den Empfänger schützt. Sie verlangt auch vom Gebenden, seine Beweggründe zu prüfen, denn Hilfe, die dem eigenen Überlegenheitsgefühl dient, nützt dem Notleidenden nicht.
Beispiel: Eine Loge erfährt, dass ein Bruder seine Arbeit verloren hat. Statt in der Sitzung eine Sammlung anzukündigen, besucht der Almosenier ihn im Stillen, fragt, was ihm am meisten hilft, und ordnet eine Unterstützung an, die seinen Namen aus allgemeinen Gesprächen heraushält. Die Not wird gelindert, und der Bruder behält seine Achtung.
